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Von Büchern, Kunst und Eichhörnchen in New York

Lesung mit Musik am 30. Juli 2026 um 19 Uhr

Stephanie Hanel, Foto: Richard Zinken; Max Sanderson, Foto: Oliver Bürger

Veranstaltungsort: Mittelmühle Hainfeld, Hummelaue, 76835 Hainfeld
Veranstalter: Kunst- und Kulturverein Hainfeld e.V.

Autorin Stephanie Hanel nimmt uns mit auf Streifzüge durch ‚ihr‘ Viertel in Brooklyn, zu literarischen und künstlerischen Entdeckungen in Manhattan und blickt aus Sicht der Stadttiere auf die Großstadtwelt.
Gitarrist Max Sanderson spielt eigens zu den Texten komponierte Musik und Improvisationen.

Zur Veranstaltungsankündigung: https://kulturnetz-landau.de/veranstaltung/von-buechern-kunst-und-eichhoernchen-in-new-york-2e2k/

Stephanie Hanel ist Autorin und Zeichnerin und arbeitet für verschiedene Organisationen als Texterin. Von 2017 bis 2019 lebte sie in New York und seit einigen Jahren in ihrer Wahlheimat Weyher in der Pfalz. Sie veröffentlichte zuletzt die „New Yorker Tagebücher“, 2023 beim Aviva-Verlag in Berlin „Künstlerinnen in New York“, und 2024 „Mira und das rote Eckhaus“.

Der Musiker und Komponist Max Sanderson lebt in Mannheim und ist Gitarrist sowie Sänger der Band Papa Uhu, die 2025 ihr Debütalbum Garden Leave veröffentlichte. Seine Kompositionen verbinden Jazz, Funk und Ambient zu einem atmosphärischen Klangkosmos voller souliger Melodien und offener Räume, durchzogen von tiefen Hallflächen und kontemplativer Weite.

Gastbeiträge „schwarzaufweiss“

Vor sechs Jahren war ich bereits einmal zu Gast auf dem Buchmenschen-Blog von Evelyn Kuttig mit dem schönen Namen „schwarzaufweiss“. Damals berichtete ich, wie es zu meiner Tagebuch-Trilogie über die Zeit in New York kam.

Dieses Frühjahr kam bei mir der Wunsch auf, daran anzuknüpfen und über die parallele Entstehungsgeschichte des Künstlerinnen in New York-Buchs und der Eichhörnchen-Geschichte Mira und das rote Eckhaus zu berichten. Für alle, die gerne einmal ‚hinter die Kulissen‘ der Buchproduktion blicken wollen. Evelyn fand die Idee gut und die Ergebnisse könnt ihr hier lesen. Vielleicht ist etwas davon hilfreich bei einem Eurer Projekte, das würde mich freuen! Einfach nur neugierig sein, ist aber auch erlaubt – viel Spaß beim Lesen!

Künstlerinnen und Eichhörnchen in New York. Eine Entstehungsgeschichte
Teil 1: Aller Anfang ist … ja, wie eigentlich?
Teil 2: Eine neue Heimat, eine neue Geschichte und ein weiteres Stipendium
Teil 3: Das Buch nimmt Gestalt an – Fotos, Zeichenstift und eine kleine Eule
Teil 4: Das Buch kommt auf die Welt

Wie wird aus einem Manuskript ein fertiger Text?

Zu guter Letzt gehe ich noch einmal einen Schritt zurück und bedanke mich zunächst bei allen Leserinnen und Lesern, die mir zu meiner ersten Textfassung von „Mira und das rote Eckhaus“ Feedback gegeben haben: Es war schön für mich, zu sehen, wenn etwas funktionierte, weil ihr mir zum Beispiel einen Smiley an den Rand gezeichnet habt. Und es war natürlich auch etwas schmerzlich, wenn ich an den Reaktionen merkte, dass etwas so nicht verständlich ist.

Zeichnung von mir beim Schreiben: © Melanie Groger

Im nächsten Schritt gab ich das Manuskript der Lektorin und Korrektorin Marion Voigt, die scheinbar federleicht mein Zeiten-Chaos bereinigte. Ich frage mich ja, ob es daran liegt, dass ich in meinen Gedanken gerne gleichzeitig in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bin ;-), jedenfalls sind meine mehr oder weniger motivierten Zeitenwechsel inzwischen schon fast ein Markenzeichen geworden. Auf das ich nicht so richtig stolz bin, by the way. Außerdem glättete Marion sozusagen im Vorbeigehen viele Kleinigkeiten wie von Zauberhand. Weil ich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiter daran arbeiten wollte und konnte, beließen wir es bei diesem ersten Feinschliff.

Textausschnitt im Korrekturmodus

Noch ein halbes Jahr später hatte Maren Giering-Desler, die schon immer alle meine Buchtexte zu sehen bekam, Zeit, das Manuskript zu lesen. Und ich war endlich bereit loszulassen. Warum ich ausgerechnet zu dieser Eichhörnchen-Geschichte keinen Abstand bekam, war mir lange selbst nicht klar. Es ist aber ganz einfach: Ich nehme Abschied von der literarischen Verarbeitung meiner New Yorker Zeit und hatte in dieser Geschichte lauter kleine Erinnerungssplitter »versteckt«, von denen ich mich nicht trennen wollte. Ein paar durften bleiben, aber nicht alle. Maren hat den Finger in die kleinen Wunden gelegt und gnadenlos gefragt, was es mit diesem und jenem auf sich hat, daraus resultierende sprachliche Knoten entwirrt und vor allem mich motiviert, endlich Ballast abzuwerfen. Und es fühlte sich gut an!

Danke an beide Lektorinnen – ihr seid super!

Bestimmt ist es von außen betrachtet etwas schwer verständlich, wie eine kleine Geschichte so viel Aufwand erfordern kann – aber ein Buch aus einer Geschichte zu machen, ist immer eine große Sache. Das ist das Spannende daran, manchmal auch das Frustrierende, ab und zu auch das Beflügelnde. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen!

Eichhörnchen Mira wird ein Buch

Mein letzter Post endete mit der Entstehung der Cover-Illustration – und dann? Dann kam Designerin Christine Kern ins Spiel. Sie bekam die Aufgabe, aus einer Illustration ein ‚echtes‘ Cover zu machen und los ging es mit der Suche nach dem richtigen Schrifttyp für den Buchtitel. Nachdem Christine sowohl meinen Geschmack als auch die Geschichte sehr gut kennt, war schon der zweite Vorschlag ein Treffer. Falls ihr Euch fragt, wie man so etwas entscheidet: reines Bauchgefühl. Setzt sich die Schrift optisch fest und sieht so aus, als ob nur sie und keine andere dort stehen könnte, oder besser gesagt, macht einen so selbstverständlichen Eindruck, dass man das Buch schon gedruckt vor sich liegen sieht, dann ist es die Richtige. 🙂

Illustration: Melanie Groger, Cover-Gestaltung: Christine Kern

Außerdem ist Christine Dozentin für Typografie und empfahl mir für den Text eine eigens inklusiv entwickelte serifenlose Schrift, die sich durch die Differenzierung der einzelnen Zeichen besonders gut lesen lässt: die Atkinson Hyperlegible. Das fand ich sofort eine super Idee. Von der besseren Lesbarkeit können viele profitieren und die Schrift sieht auch noch gut aus. Eine kleine Besonderheit werdet ihr vielleicht bei den (Seiten-)Zahlen bemerken. Die Null ist durchgestrichen und kann somit nicht mit einem O verwechselt werden.

Was macht eine Buchgestalterin sonst noch so? Sie verteilt den Text angenehm lesbar über die Seiten, richtet die Umbrüche (Trennungen) ein, findet die besten Stellen für die Illustrationen, setzt den Barcode auf die Rückseite und nimmt die Einstellungen für den Druck vor. Beim Buchumschlag muss bedacht werden, dass es eine Falz am Buchrücken gibt, außerdem braucht es fürs Hardcover einen Überschuss, der eingeschlagen werden kann, und und und … gemeinsam hangelten wir uns durch die Vorgaben bei BoD („Books on Demand“), damit es beim Hochladen des Buchblocks und des Covers am Ende ein grünes Häkchen gibt. Geschafft!

Und so sollen die fertigen Bücher aussehen, wenn sie aus der Druckerei kommen – wir sind ja schon sehr gespannt!

Mockup: Covervault (Freepik)