Neustart Kunst – Stipendium der VG-Wort

Wie wunderbar! Ab demnächst habe ich ein Stipendium zur Verfügung und werde zum allerersten Mal bezahlt an einem eigenen Projekt arbeiten. Wie sich das Schreiben unter diesen neuen Bedingungen anfühlt, darüber werde ich hier ab und an berichten. Ich bin selbst riesig gespannt auf diese Erfahrung und freue mich sehr aufs inhaltlich Versinken können und die kontinuierliche Arbeit. Auf zu neuen Taten also …

By the way: Trotzdem bringe ich kleinere Textaufträge natürlich auch in dieser Zeit gerne unter.

Neues Zuhause gefunden

Was war mit diesem Jahr eigentlich los? Man könnte meinen, mein Schreiben und ich wären in der Versenkung gelandet – tatsächlich habe ich aber fleißg weiter getextet, für die Naturweinwelt und das Stadtmarketing Mannheim, habe einem Verlag und einer Autorin geholfen ihre Wikipedia-Einträge von Fehlern zu befreien und sie zu aktualisieren, und sogar eine Woche Schreib-Auszeit im idyllischen Iphofen sprang diesen Sommer heraus. Ansonsten war meine Familie aber fieberhaft auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Nun ist es fast soweit – im November starten wir unser ‚Dorfleben‘ in Weyher in der Pfalz. Und ziehen, wie könnte es in diesen Zeiten anders sein, erst einmal auf eine hoffentlich bis dahin nicht mehr ganz so schlimme Baustelle. Aber: einen Schreibtisch kann man überall aufstellen! Stimmt’s?

Ein neuer Literaturpreis für Autorinnen – die ‚Christine‘

Für das Branchennetzwerk „BücherFrauen“ engagiere ich mich weiterhin ehrenamtlich, u. a. in der Arbeitsgruppe, die einen Literaturpreis ins Leben gerufen hat, der nach Christine de Pizan benannt ist. Christine de Pizan (*1364 – circa 1429) arbeitete als Berufsschriftstellerin und verfasste eines der ersten feministischen Werke Europas überhaupt („Stadt der Frauen“). Neben dem Preisgeld wird es eine wunderschöne Statuette für die gekürte Autorin geben. Nominiert wurden die Werke von den Regionalgruppen der BücherFrauen, eine dreiköpfige Jury hat nun die Qual der Wahl. Einen ausführlichen Bericht zum Preis findet ihr hier: „Christine und die andere Hälfte“. Christine Kern und ich betreuten die Erstellung der Statuette, mit der die Karlsruher Künstlerin Kassandra Becker beauftragt wurde. Das Ergebnis ist wunderschön geworden und wir haben beim Abholen alle um die Wette gestrahlt.

Kassandra Becker und Christine Kern; im Hintergrund sind weitere Entwürfe der Statuette zu sehen

Porträt einer Winzerin

Im Februar 2021 veröffentlichte die „TRINK“, ein amerikanisches Online-Magazin, das sich zum Ziel gesetzt hat ‚deutschsprachige‘ Weine in der anglofonen Welt bekannter zu machen, mein Porträt über die Naturwein-Winzerin Christine Pieroth. Christine ist eine überzeugende Vertreterin der neuen Generation Winzer*innen, die sich dieser aufwendigen, aber unglaublich lohnenswerten Aufgabe verschrieben hat Wein wieder ohne Schönungsmittel und chemische Zusätze im Weinkeller herzustellen und Farben, Düfte und Geschmäcker zu erwecken, die man bei konventionell produzierten Weinen so nicht findet. Die englische Version meines Artikels findet ihr hier: „Christine Pieroth: The Nahe’s Natural Pioneer„. Die deutsche Fassung gibt es auf der „Naturweinwelt“ zu lesen, bei der ich auch redaktionell tätig bin: „Die Nahe-Pionierin„.

Apropos Naturweinwelt: Das ist unser Familienunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, Naturwein in Deutschland noch bekannter zu machen und mit Information und Herzblut die Welt der Naturweine zu präsentieren. Dies nur als leicht werbliche 😉 Transparenzerklärung. Auch wenn ich das Glück habe, über die Weinmacher*innen schreiben zu können, ohne im gleichen Atemzug Wein zu verkaufen, kann natürlich niemand nur davon leben, diese interessante neue Bewegung im Weinbau vorzustellen. Nicht nur die Winzer*innen leben vom Verkauf, sondern selbstredend auch alle, die sich Drumherum um Vertrieb und Handel kümmern.

Copyright Foto: Richard Zinken

Auftakt Kunst!

Das Kulturamt der Stadt Heidelberg hat sich etwas Schönes zur Kunstförderung ausgedacht: 100 Künstler*innen konnten ein Video einreichen, in dem sie eine aktuelle oder gerade im Werden befindliche Arbeit vorstellen. Zu sehen und zu hören sind Musikstücke, Einsichten in Ateliers, Foto- und Theaterprojekte, Lesungen und vieles mehr.

In meinem Video könnt ihr einen Ausschnitt aus einem gerade entstehenden Buch hören, und eine spannende alte Fotografie sehen. Viel Spaß damit!

Lexikon der deutschen Familienunternehmen

Im November war es endlich soweit – ich konnte die druckfrische Ausgabe des „Lexikon der deutschen Familienunternehmen“ begutachten! Und eine digitale Buchpremiere gab es obendrauf. In dem Werk versammeln sich über 1000 deutsche Familienunternehmen in kürzeren und längeren Porträts. Produziert wurde es von Tempus Corporate / DIE ZEIT Verlagsgruppe und verlegt bei Springer Gabler. In einem Team von fünf Autor:innen hatten wir fast das ganze erste Halbjahr 2020 an den Einträgen gearbeitet, und eine Menge über Firmenkultur, Produkte und soziales Engagement erfahren, mal mehr und mal weniger begeistert, aber immer neutral getextet. Oft dachte ich mir „so klein war das also mal, und wow, Generationen bauen hartnäckig auf und bleiben dran.“ Manchmal wurden wir enttäuscht – ach, kein Familienunternehmen mehr – manchmal dachte ich mir im Stillen „außer Zukäufen nichts mehr gewesen“, und manchmal war ich so positiv überrascht, dass ich am Liebsten das Marketing gepusht hätte, endlich auch zu zeigen, was da alles Gutes passiert. Und echt beeindruckend fand ich maßgebliche Erfindungen zur Arbeitssicherheit und Medizintechnik. Wie auch immer: Hier ist es, das Lexikon, zu dem es kein Pendant gibt.

Aufgeschlagen: Die Doppelseite zu „Charlotte Meentzen“, gegründet von der Wegbereiterin der Naturkosmetik Charlotte Meentzen und ihrer Schwester Gertrude Seltmann-Meentzen 1930 in Dresden

Lesung im Rahmen des 6. Literaturherbst Heidelberg

Am 20. September 2020 fand auf Einladung der BücherFrauen Rhein-Neckar eine besondere Lesung statt – Organisatorin Inka Bankwitz hatte Anna Donska, Illustratorin, für ein Live Drawing gewinnen können, bei dem sie zu den Kurzgeschichten von Maja Linthe und den Briefen aus Brooklyn von mir vor Ort das Gehörte in Zeichnungen umsetzte. Eine für das Publikum und uns Autorinnen selbst neue Erfahrung, die hervorragend aufgenommen wurde. Die Lesung fand in den Räumen des Forum für Kunst statt, und entsprach selbstverständlich den Vorsichtsmaßnahmen in Zeiten von Corona. Die Besucher*innen waren ausgesprochen dankbar, eine kulturelle Veranstaltung genießen zu können. Damit auch Interessierte, die nicht dabei sein konnten, ein wenig die Atmosphäre vor Ort nachempfinden und die Texte hören können, hat meine Tochter Paula Hanel uns Autorinnen mit einem Mikro verkabelt, und war mit zwei Kameras zugange. Viel Spaß beim Angucken der Videos!

Die „New Yorker Tagebücher“ lassen sich direkt über den Online-Shop „Naturweinwelt“ erwerben und kosten 25 Euro (Hardcover mit Lesebändchen).

New Yorker Tagebücher

Hier ist sie: Die Gesamtausgabe aller New York Tagebücher, inklusive der Blogbeiträge Briefe aus Brooklyn, die ich am 20. September 2020 im Rahmen des „6. Literaturherbst Heidelberg“ vorstellen durfte. Für diese Hardcover-Ausgabe bin ich noch einmal komplett durch die Texte gegangen, habe verbessert und präzisiert und gemeinsam mit Grafikerin Christine Kern viel Wert auf lesefreundlichen und einladenden Satz und schöne Schrift(en) gelegt. Wir sind beide rundum zufrieden mit dem Ergebnis – wer das authentisch geschilderte New-York-Abenteuer noch nicht kennt: jetzt gibt es eine schöne neue Gelegenheit dazu.

Die „New Yorker Tagebücher“ lassen sich direkt über den Online-Shop „Naturweinwelt“ erwerben und kosten 25 Euro (Hardcover mit Lesebändchen).

Post aus New York

Die hier schon öfter mal erwähnte Sketchbook Library gibt neuerdings auch eine Zeitung für neugierige zukünftige Teilnehmer*innen und alle anderen Interessierten heraus – wunderbar altmodisch und exakt das, was Menschen mit grafischem Interesse und Papierliebe so mögen, würde ich mal sagen. Und netterweise bekam ich sie direkt zu mir nach Heidelberg geschickt, da meine Zeichnungen die Ehre haben, abgebildet zu sein :-). Einmal glückliche Empfängerin im Bild und vielleicht gefällt Euch die Optik ja auch!